Restaurant-Tipps

Achtung: Dieser Artikel ist schon einige Jahre alt und braucht eine Überarbeitung. Dennoch möchten wir Ihnen unsere damaligen Eindrücke nicht vorenthalten.

Immer wieder werden die Palamósfreunde nach Restaurants, Kneipen oder Cafes gefragt. Natürlich sind wir keine Michelintester, jeder Besucher der Stadt wird sich sein persönliches Lieblingsrestaurant selbst suchen müssen, doch einige Suchhilfen ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit können wir bieten:

Einen McDonalds oder Burgerking werden Palamósbesucher in der Stadt vergeblich suchen. Wer das Original sucht, muss nach Platja d'Aro (spanisch Playa de Aro) fahren. Mindestens ebenbürtige Kopien für kleine und große Hamburgerfans gibt es jedoch bei Duffy Burger an der Passeig del Mar (Strandpromenade). Fast so beliebt wie in Deutschland ist auch bei katalanischen Kindern die Pizza und so gibt es fast in der Nähe des Hafens, an der Avinguda Onze de Setembre gleich mehrere Pizzarestaurants, wie SanLluis oder Miranda nebeneinander. In ihnen kann man jedoch auch Paella oder riesige Eisbecher genießen und auf der Terasse des SanLluis in der Sonne und mit Blick auf Strand und Meer zu Mittag essen. Der Vorteil eines Pizzaresturants dieser Art ist, dass Väter und Mütter nicht unbedingt Pizza oder Pasta essen müssen. Katalanischer Salat, Paella, Fisch- und Fleischgerichte stehen ebenfalls auf der Speisekarte ? Eltern und Kinder kommen also gleichermaßen auf ihre Kosten. Wer einmal wenig Zeit hat und eine Pizza mitnehmen möchte, findet ebenfalls an der Avinguda Onze de Setembre die Fast-Food-Pizzeria Arnau. Die Pizza wird gleich verzehrfertig zerteilt. Gleich gegenüber befindet sich Monica. Wer Fleischspieße oder Schnitzel mit Pommes mag, ist hier richtig.

Die internationale Systemgastronomie hat sich in Katalonien jedoch nicht in dem Maße bei der Jugend durchgesetzt wie in anderen Ländern. Traditionelles katalanisches Tomatenbrot mit Schinken oder Käse ist auch bei den Jugendlichen beliebt und kann zum Beispiel im 'Pi' am Placa Catifa, in der 'Pusta' (Carrer Mauri Vilar) oder in fast jeder Bar probiert werden.

Die Spezialität schlechthin, in einem am Mittelmeer liegenden Ort der vom Fischfang geprägt ist, sind selbstredend Delikatessen des Meeres. Doch fangfrischer Fisch ist teuer, erst recht im fischverrückten Spanien. Nur die Japaner und Norweger liegen im Pro-Kopf-Verbrauch vor den Spaniern. Man wird in Spanien eher zum Fisch als zu Fleisch eingeladen. Frischer Fisch und Meeresfrüchte sind bereits im unzubereiteten Zustand in der Auktionshalle am Hafen oder auf dem Markt teuer: die leuchtend roten Gambas (Garnelen) aus Palamós, Seeteufel, eine Goldbrasse (Dorade) aus dem freien Meer anstatt aus einer Fischfarm ? all das schlägt sich im Geldbeutel nieder. Zwei sichere Restaurantadressen für Köstlichkeiten aus dem Meer mit großer Karte sind La Gamba, mit Sicht auf den Hafen, und Maria de Cadaqués an der Carrer Mayor. Galizische Spezialitäten und Weine sowie drei Meter gekühlte Meeresfrüchte und Fische zur Auswahl, die dann vor den Augen der Gäste zubereitet werden, bietet die Marisquería Gamas.

Eingeschränkter ist die Auswahl in den Fischrestaurants La Galera, L'Arcada und Can Moreno. Die Gastronomen kaufen ihre Ware täglich, abhängig vom Fang, frisch im Hafen ein und braten solange der Vorrat reicht. Eine schriftliche, mehrsprachige Karte kann man deshalb getrost vergessen. Die Gerichte werden 'gesungen', also aufgesagt oder gezeigt. Die vier letztgenannten Restaurants empfehlen wir speziell Fischliebhabern. Den Charakter einer Hafentaverne hat sich die Selvatana bewahrt. Die bietet neben Fisch auch Fleischgerichte und ein günstiges Mittagsmenü. Donnerstags wird der paellaähnliche aber etwas dunklere Reis mit Salat angeboten.

Ein Menü umfasst in Spanien gewöhnlich Vorgericht, Hauptgang und Nachtisch, Getränke (in der Regel Wein und Wasser oder Limonade) inklusive. Gegenwärtig kostet ein günstiges Menü zwischen 8 und 10 Euro.

Etwas teurer aber exquisit ist die Küche des Hotels Ancora in der nähe des Strandes La Fosca. Vor allem eine besondere Spezialität des Ampurdan, der schon angesprochene 'schwarze Reis' wird hier donnerstags und sonntags excellent zubereitet, aber auch alle anderen Fisch- und Fleischgerichte der umfangreichen Karte sind empfehlenswert.

Besucher der Fosca finden direkt am Strand eine Vielzahl von kleinen, budenartigen Restaurants vor, in denen man einen Happen essen oder sich bei einem Bier, Wein oder Kaffee erholen kann. Deutschsprachige Gäste werden sich im Restaurants 'l'infinit' (die Unendlichkeit) wohlfühlen. Der Besitzer hat einige Jahre in Frankfurt gelebt und spricht sehr gut Deutsch.

Fleisch und Gemüse werden in Katalonien häufig 'a la brasa', also vom Holzkohlengrill serviert. In der Carrer mal Pas finden Fleischliebhaber ein kleines Restaurant, das auf Salate und Fleisch vom Grill spezialisiert ist. Hier kann man ruhig auch um 23 Uhr noch zum Abendessen einkehren. Das ist meist auch in der angenehmen Fábrica de Gel möglich. Wer noch später in der Nacht Hunger bekommt sollte in das kleiner Restaurant das zur Nachtbar L'Orange gehört, gehen. Erwähnenswert sind ferner die Paellas des Restaurants im Sporthafen, Club Nautic, das Restaurant Bell Port und viele andere mehr....

Im August kommen jeden Abend die Katalanen aus der ganzen Umgebung zum Fischessen nach Palamós und die ganze Innenstadt und das Hafenviertel scheinen ein einziges Fischrestaurant ohne freie Tische zu sein. Bis nach Mitternacht hasten die Kellner und dann beleben sich die Nachtkneipen ? das El Castellet mit seinem Flair der 60er Jahre ist einen Besuch wert ?, die Diskotheken von Palamós im Yachthafen Port Marina und die von Platja d'Aro.

Aber kehren wir zur Gastronomie zurück. Der Cafebesuch ist in Spanien weniger verbreitet, doch Can Joan am Passeig del Mar bietet Schokolade, Kaffee, köstliches Gebäck und Torten für jeden Geschmack an. Am frühen Abend empfiehlt sich ein Besuch in der Mauri-Vilar-Straße mit ihren Tapa-Bars. Beginnen sollte man bei Moni, der diese Häppchenkneipen in Palamós aus der Taufe gehoben hat. Machen Sie aber nicht den Fehler und werfen die Holzspieße der Tapas auf den Boden. Sie gehören auf eine kleine Platte und werden am Ende ausgezählt. Man bezahlt also die Getränke und die Spieße.

Vielen Katalanen und Spaniern ist für ein gutes Essen kaum ein Weg zu weit. Es würde zu weit führen, jetzt eine Gastronomierundreise zu starten, doch drei Kilometer in Richtung Palafrugell und La Bisbal kann man wohl riskieren. Preiswerte Menüs liefert die 'Tina'. Schon kurz vorher ging es links nach Vall Llorbrega. Im Dorfrestaurant (im Volksmund 'Ca la Bruta') gibt es Schnecken auf katalanische Art, Saubohnen 'a la catalana', Fleisch und Seeteufel vom Grill und vieles mehr.

Der gastronomische Schlussakkord sei einem ganz besonderen Restaurant vorbehalten, der Pepa la Caneja am Hafen. Nach Grillgerichten und vielleicht einer Auswahl verschiedener katalanischer Würste (butifarras) sollte man freitags und samstags gegen Mitternacht 'frutos secos' (Nüsse, Feigen und Rosinen) und eine Flasche Cava des Hauses (katalanischer Sekt) ordern und spanische Seemannslieder, die sogenannten Habaneras bis in den Morgen hinein genießen. Chef der Taverne ist Carles, Gitarrist und Sänger der Habaneragruppe Port Bo. Er ist Garant für stimmungsvolle Nächte mit katalanischen und spanischen Seemannsliedern im Hafenviertel von Palamós.
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