Das Fischereimuseum

Wenn Sie in den letzten Jahren in Palamós waren, ist Ihnen bestimmt das Fischereimuseum im Hafen aufgefallen. Vielleicht haben Sie ja auch schon mal beobachtet, wie die Fischer tagtäglich aus- und einlaufen und wie die Fische dann frisch versteigert und verkauft werden.

Selbst wenn Sie keinen Fisch mögen, haben Sie aber bestimmt gemerkt, dass die Fischerei für Palamós nicht nur ein wichtiger Wirtschaftszweig ist, sondern auch das kulinarische und kulturelle Leben stark beeinflusst. Denn ohne die vielen Fischrestaurants kann man sich Palamós gar nicht mehr vorstellen. Habanera-Gesänge, Hafenführungen und Bootstouren gehören ebenso fest zum kulturellen und touristischen Leben von Palamós. Der Hafen wird zudem zunehmend auch für Yachten, Passagier- und Industrieschiffe genutzt.
Das Museu de la Pesca, das Fischereimuseum, ist einzigartig im Mittelmeerraum. Mittlerweile ist es über die Grenzen Spaniens hinaus bekannt und wurde im Jahr 2005 zu einem der herausragenden Museen Europas mit einer besonderen Empfehlung gekührt.



Das Museum befindet sich in einer alten Lagerhalle direkt im Hafen von Palamós. Von außen unscheinbar, verblüfft das Museum im Inneren um so mehr:

Ein Rundgang durch das Museum beginnt mit mit einer Multimedia-Show, die in fünf verschiedenen Sprachen angeboten wird; natürlich ist auch Deutsch darunter. Der acht-minütige Film, der in einem ins Museum integrierten kleinen Kino gezeigt wird, führt ein in die faszinierende Welt der Fischerei, warnt aber auch zugleich davor, mit den Ressourcen des Meeres verschwenderisch umzugehen. Wenn sich dann die Türen des Vorstellungssaales wieder öffnen, taucht man gleich ein ins Mittelmeer: Auf Zeichnungen, Fotos und im Film werden die Meeresbewohner vorgestellt.

Die weitere Ausstellung zeigt an Hand vieler Ausstellungsstücke die Fischereitechniken und Utensilien von heute und damals. Ein Besucher erfährt, dass an der Fischerei viel mehr Berufe hingen und hängen als nur der des Fischers. Fässer müssen hergestellt, Netze geknüpft werden; und auch mit der Herstellung von Seilen und Tauen war einmal ein ganzer Berufszweig beschäftigt. 
Das Herzstück der Ausstellung ist ein echtes altes Fischerboot, das den vielen Gruppen, die das Museum besuchen gerne als Kulisse für ein Foto dient.

In der oberen Etage des offen gestalteten Museums werden unter anderem alte Methoden der Konservierung von Fischen vorgestellt. Früher wurde dazu unter anderem Salz benutzt, schließlich gab es damals noch keine modernen Kühlschränke oder Trockeneis.

Wie vielfältig der Fischereiberuf ist, wird aus einer Installation aus mehreren Bildschirmen gezeigt. Jeder Bildschirm zeigt den Tagesablauf eines Fischers aus Palamós. Während manche Fischer nachts unterwegs sind, verrichten andere ihre harte Arbeit am Tage. Außerdem gibt es hier ständig wechselnde Sonderausstellungen, zu den verschiedensten Themen rund um die Fischerei.

Die Ausstellung selbst ist aber nur ein Teil der Leistungen des Museums. Neben normalen Museumsführungen gibt es spezielle Angebote für Kinder, um auch ihnen schon die Fazination der Fischerei nahe zu bringen. Ebenfalls im Angebot sind Hafenführungen, Informationsveranstaltungen über das Leben an der Küste, die Organisation von Habanera-Konzerten und von Segeltouren an der Costa Brava in teilweise historischen Schiffen ? kurzum versteht sich das Museu de la Pesca als Forum für alles, was die Kultur der Fischerei und das Leben an der Costa Brava betrifft.

Weitere Informationen, leider nur in katalanischer Sprache unter http://www.museudelapesca.org
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